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Libre Art of the Fugue

Fünf Jahre nach dem Abschluss der Open Goldberg Variations und zwei Jahre nach dem Abschluss des Open Well-Tempered Clavier hat Kimiko Ishizaka nun auch Bachs Kunst der Fuge (BWV 1080) unter dem Titel Libre Art of the Fugue eingespielt.

Die Produktion war auf Kickstarter vorfinanziert worden, wo insgesamt 20.861 Euro gespendet wurden. Neben der Aufnahme selbst, die gegen eine Spende oder frei von Bandcamp herunterzuladen ist (man kann in dem Formular einen Betrag ab null Euro eingeben), werden auch die Noten frei zur Verfügung gestellt. Der Download erfolgt über einen Link, der nur per E-Mail verteilt wird. Außerdem wird es zwei öffentliche Konzerte geben, eines heute abend in der Hamburger Elbphilharmonie, das zweite am 19. November 2017 in der New Yorker Carnegie Hall.

Dem Pitch zufolge soll die Aufnahme unter eine Creative-Commons-Lizenz gestellt werden; bei den früheren Projekten war das CC-0, bei den einzelnen Tracks auf Bandcamp steht derzeit aber noch all rights reserved – wer sie weiternutzen möchte, sollte sich also noch etwas gedulden, ob sich hier noch etwas tut. Derzeit ist die Libre Kunst der Fuge leider nur frei wie Freibier – was der Qualität freilich keinen Abbruch tut.

Ein Blick in die kleinen Wikis

Nachdem das Rezepte-Wiki schon Ende 2014 in das Koch-Wiki umgezogen war, hat sich das Projekt stabilisiert. Die Inhalte werden weiter gepflegt, und vor allem wird auch die Technik modernisiert.

Aus Wikipedia übernommen wurden die Benachrichtigungs- und Ping-Funktionen auf der Plattform (die man, wie dort, am besten in den Account-Einstellungen stummschaltet, um davon in Ruhe gelassen zu werden), aber man setzt sich auch ab von der großen Schwester, beispielsweise durch einen eigenen Skin: Seit einer Woche läuft das Koch-Wiki standardmäßig unter Chameleon, responsiv und einheitlich auf allen Clients nutzbar. Alle Konten wurden umgestellt und erhalten erst einmal dasselbe Layout wie alle Leser; wenn man angemeldet ist, kann man aber in den Einstellungen zum gewohnten Skin zurückwechseln. Außerdem gibt es die neue Kühlschranksuche, in der man sich interaktiv Kochrezepte aus dem Wiki zu den jeweils im Kühlschrank verfügbaren Zutaten anzeigen lassen kann.

Ein anderes immer noch recht interessantes Wiki ist sicherlich die indiepedia.de, die sich bekanntlich der Independent-Musikszene gewidmet hat. Auch hier leider eine ganz ähnliche Beobachtung wie bei Wikipedia: Ältere Inhalte werden nicht mehr aktualisiert, Benutzer stellen ihre Arbeit ein, andere greifen deren Werk nicht auf, dadurch kommt es zur Veralterung des Bestands. Auch auf indiepedia.de gibts also etwas zu tun…

Ein Beispiel ist die Kölner Künstlerin Julia Kotowski, die unter dem Namen Entertainment for the Braindead vor etwa zehn Jahren bekannt geworden war. Ihre Lieder von damals, die sie alle vollständig selbst eingespielt und produziert hatte, habe ich immer noch dabei, und ich höre sie regelmäßig.

Während es eine Zeitlang etwas stiller um sie geworden war, hat sie jetzt für den November eine neue EP angekündigt, die über Bandcamp vertrieben wird. Es gibt zwei Stücke als Preview.

Ihr Eintrag auf indiepedia.de ist aber immer noch auf dem Stand von 2010 stehengeblieben. Dort gibt es auch ihr altes Netlabel Aaahh Records noch, das schon lange nicht mehr existiert – mittlerweile organisiert man dort Konzerte. Die alte Backlist stand vollständig unter Creative-Commons-Lizenz und kann deshalb aus dem Internet Archive heruntergeladen werden. Sozusagen das moderne Antiquariat des Netzes.