albatros | texte
Dienstag, 19. Mai 2015

Ich möchte lieber nicht

Blogplaneten aggregieren die RSS-Feeds von vielen Blogs zu einem bestimmten Thema und bringen dadurch Autoren und Leser zusammen. Der Betriebswirt würde es wahrscheinlich eine „Win-Win-Situation“ nennen. Und nun möchte einer der bekannteren Blogplaneten, Jurablogs, die teilnehmenden Blogger zahlen lassen: Fünf Euro soll es für Klaus Graf zukünftig pro Monat kosten, damit seine Beiträge, die er in „Archivalia“ mit „Archivrecht“ taggt, dort weiterhin ungekürzt verbreitet werden. Sonst würden nur noch fünf Blogposts pro Monat transportiert. Wohlgemerkt: Sein Blog ist ein ehrenamtliches und hochwertiges Projekt aus der Wissenschaft für die Wissenschaft – und weit darüber hinaus. Er werde das nicht tun, liest man in seinem Blog, das lange schon gleich über mehrere Blogplaneten für Historiker und Bibliothekare zu lesen ist, die allesamt umsonst verbreitet werden. Diesen Betreibern geht es um Qualität, nicht um Zahlungskraft. Eine Ansammlung von Werbeplazierungen wird da demnach also bei Jurablogs geboten. – Auch als Leser: Ich möchte lieber nicht, sagte Bartleby. Es gibt genug Gutes zu lesen da draußen im Netz, zuhauf.

Sonntag, 17. Mai 2015

Neues vom Ozonloch

Das Ozonloch – in den 1980er Jahren … eines der wichtigsten Aufregerthemen, neben dem sauren Regen, dem Waldsterben und der Bedrohung durch die Kernwaffen der Machtblöcke – könnte sich demnächst langsam wieder schließen. Es gebe Prognosen, denen zufolge es bis 2050 wieder auf dem Stand von 1980 zurückgehen könne, schreibt Susanne Dambeck. Der Klimawandel bleibe davon aber unberührt (via Mark Thoma).

Samstag, 16. Mai 2015
Freitag, 15. Mai 2015

GAFA III

Die Debatte geht weiter. Dave Winer zum Beispiel ärgert sich bloß darüber, daß er als Groß-Blogger nicht darf, was die großen Zeitungskonzerne jetzt bei Facebook dürfen. Er habe sich auch dort beworben, und, denk Dir, sie haben ihn abgelehnt. Es kann nur eine Frage der Zeit sein, da ist er sich sicher. Denn er wird wohl am Ball bleiben, nachdem er bemerkt hat, daß seine Texte auf Facebook wenigstens gelesen werden, bevor man sie kommentiert. Texte, die in dem neuen Modell nur unter iOS zu lesen sein werden. Pardauz. Während MG Siegler auf den Übergang vom Webbrowser hin zur App verweist. Der Browser, das Tool fürs freie Web: Heute viel zu langsam, die Technik von gestern, meint auch John Gruber.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Zum Aufhängen geeignet

Die MOOC-Plattform FutureLearn weiß, wozu die Zeugnisse, die sie für etwa 40 Euro ausstellt, gut sind: Statements are also a great souvenir of taking part in a course and many learners hang them proudly on their walls.

Mittwoch, 13. Mai 2015

GAFA II

Richard Gutjahr hatte ich schon länger wahrgenommen, sein Blog mag ich aber aus verschiedenen Gründen nicht. Immerhin schreibt er heute ein kleines Stück über die Einführung der Instant Articles bei Facebook. Die New York Times geht voran und zieht zwei Konsequenzen aus ihren eigenen Zahlen und aus der jüngeren Entwicklung: Ihre App, die früher acht Dollar im Monat gekostet hatte, verschenken sie jetzt. Außerdem veröffentlichen sie ihre Artikel direkt bei Facebook, um Leser zu erreichen, die schon lange keine Zeitungs-Webseite mehr besucht hätten. Dafür bekommt die Zeitung die gesamten Werbeeinnahmen. Vorläufig. Aber die große Zeitung sei letztlich nur wie ein Eisberg, zitiert Gutjahr einen ehemaligen Mitarbeiter der New York Times: Ein Eisberg, der immer mehr abschmelze. Sich an Facebook zu verkaufen, also ein weiterer Akt aus Verzweiflung über das verlorene Geschäftsmodell, was sich auch auf die Attraktivität als Arbeitgeber für Journalisten nachteilig auswirke. Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Der Guardian, die BBC, die Bild-Zeitung und der Spiegel folgen bald. Stephen Downes fragt sich, wie man auf solche Artikel verlinken solle?

Dienstag, 12. Mai 2015
Montag, 11. Mai 2015

Es wird eng

Ben Klemens hat die Ankündigung von Mozilla, wonach neue Features in Firefox nur noch von Websites genutzt werden können, die mit HTTPS ausgeliefert werden, als the real end of the DIY era bezeichnet: This is not a closed-source corporation, or a startup pushing its new tool, or the arrogant guy at the hackathon, but the Mozilla Foundation — “Our mission is to promote openness, innovation & opportunity on the Web” — saying that if you are building web pages using tools from your desert island, without first filling in registration forms, then you are doing it wrong. Mozilla Firefox will make increasingly active efforts to block you until you obtain the correct permissions to build modern web pages. Und damit dürfte er wohl Recht haben, wenn man bedenkt, wie aufwendig es sein kann, den eigenen Webserver auf HTTPS umzustellen. Klemens schreibt aus der Perspektive des Entwicklers, des Selbst-Hosters, the me of the 1990s, the kid of the present day who doesn’t like WordPress and has the energy and curiosity to try building something new, the real-world dissidents in real-world totalitarian countries, are dark matter in the background and not addressed directly in the announcement, but are affected by the announcement nonetheless. Also genau derjenigen, für die Mozilla bis heute der letzte verbliebene Webbrowser überhaupt geblieben ist. Es wird eng für ihn. (via nettime-l)

Sonntag, 10. Mai 2015
Freitag, 8. Mai 2015

Junge oder Mädchen?

Stephen Downes befürwortet, daß Amazon bei Spielzeugen keine Suche mehr nach dem Geschlecht zuläßt. Das Merkmal „Junge/Mädchen“ wurde in der Suchmaske einfach abgeschafft. Verschwinden damit auch die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen? If we want to do away with rampant gender-based stereotyping, this is how to do it.

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